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Blick voraus auf 2010: Hamann als Korrespondent und Briefschreiber

Neben Hamanns Schriften, Rezensionen und Notizbüchern ist die mit über 1000 erhaltenen Briefen sehr umfangreiche Korrespondenz mit zahlreichen berühmten und weniger berühmten Zeitgenossen eine der Hauptquellen der Hamannforschung. Seit jeher werden die Briefe zur Deutung der Schriften mit herangezogen, nicht selten in der Hoffnung, hier die Auflösung der einen oder anderen 'dunklen' Stelle in Hamanns chiffrierten Texten zu finden. Dies gelingt nicht immer und zweifellos handelt es sich auch bei den Briefen um artifizielle, inszenierte Autorhandlungen, die nicht selten 'Werkcharakter' tragen und ihrerseits interpretationsbedürftig sind.

Das 10. Internationale Hamannkolloquium, dies ergab die abschließende Plenumssitzung am 30. September in Halle, wird unter Leitung von Prof. Dr. Johannes von Lüpke (Wuppertal) eine erstmalige planvolle Erschließung von Hamanns Korrespondenz vornehmen. Die Beiträge (die vorweg bereits per Email angeregt werden können: cbrouwer@web.de) sollen sich zum einen mit einzelnen Korrespondenten und Korrespondenzen befassen, konkrete Briefe detailliert aufschließen und so zum Gedeihen des Briefkommentars beitragen. Andererseits geht es um die Entwicklung übergreifender kulturhistorischer Perspektiven, die Einordnung von Hamanns Korrespondenz in das briefstellerische Jahrhundert der Aufklärung, Hamanns Briefstrategien usw. Ein Planungsgremium ist 2008 mit einem Treffen in Halle in die Ausgstaltung der Agenda für das 10. Kolloquium eingestiegen.